Allgemeinanästhesie

Allgemeinanästhesie
Kennzeichen der Allgemeinanästhesie - auch Vollnarkose genannt - ist die gleichzeitige Ausschaltung des Bewußtseins und der Schmerzempfindung im gesamten Körper. Zunächst wird eine intravenöse Infusion angelegt. Über die Infusionsnadel werden dann - individuell abgestimmt - Schlaf- und Schmerzmittel verabreicht. Nach etwa einer Minute beginnt ein tiefer Schlaf. Wir sorgen für die Sicherheit der Atmung, indem wir Sauerstoff über eine Maske geben.

Für größere Eingriffe wird nach Einsetzen der Narkose eine Intubation durchgeführt. Dabei wird zur Sicherung der Atemwege ein Schlauch in den Rachen oder in die Luftröhre eingebracht. Während der gesamten Dauer der Narkose und Operation erfolgt eine lückenlose Überwachung der Herz-, Kreislauf- und Atmungsfunktion durch den Anästhesisten unter Zuhilfenahme von elektronischen Messgeräten. Mit weiteren Medikamenten, die über die Vene verabreicht werden, und mit verschiedenen Narkosegasen lassen sich die drei Säulen der Narkose (Schlaf, Schmerzausschaltung, Muskelentspannung) präzise regulieren. Die meisten Patienten sind bereits wenige Minuten nach Ende der Operation ansprechbar.

Regionalanästhesie

Regionale Narkoseverfahren bewirken Schmerzfreiheit in bestimmten Körperregionen ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins. 50% unserer Patienten wählen diese Narkoseart im Prämedikationsgespräch. Folgende Vorteile sprechen für die Regionalanästhesie:
  • Sie ist in der Regel schonender
  • Sie gewährt oft noch einige Stunden nach der Operation Schmerzfreiheit.
  • Sie vermindert allgemeine Risiken eines Eingriffs wie z. B. das Thromboserisiko und spezielle Risiken bei bestimmten Erkrankungen.

Spinalanästhesie

Spinalanästhesie
Die Spinalanästhesie eignet sich für Eingriffe an den Beinen, am Becken und am Unterbauch. Der oft benutzte Ausdruck "Rückenmarksspritze" ist falsch. Es wird ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) mit einer sehr dünnen Nadel unterhalb des Rückenmarks in die Rückenmarkshaut eingespritzt. Vorher wird die entsprechende Stelle zwischen zwei Wirbeln sorgfältig desinfiziert und mit einer kleinen Injektion betäubt. Auf diese Art kann man mit nur 3 cm³ eines Lokalanästhetikums eine rasch einsetzende und bis zu 3 Stunden anhaltende örtliche Betäubung erreichen.

Epidural-/ Periduralanästhesie

Epidural-/ Periduralanästhesie

Bei der Periduralanästhesie wird die Nadel nur bis in den Raum vor der Rückenmarkshaut vorgeschoben. Durch die Nadel wird ein dünner Schlauch (Periduralkatheter) eingeführt, der nach dem Entfernen der Nadel im Raum um die Rückenmarkshaut (Periduralraum) verbleibt. Dadurch ist es möglich, die Dauer der Betäubung fast beliebig zu verlängern. Außerdem kann der Periduralkatheter nach der Operation für die Schmerzbekämpfung weiter benutzt werden. Durch die Periduralanästhesie lassen sich die Körperabschnitte vom Brustkorb bis zu den Füßen betäuben.

Plexusanästhesie

Durch eine Injektion am Schlüsselbein oder in der Achselhöhle können wir das Schmerzempfinden für Eingriffe am Arm und an der Hand ausschalten. Wir suchen das entsprechende Nervengeflecht mit Hilfe eines Nervenstimulators. Dieser wird mit der Injektionsnadel verbunden und sendet schwache elektrische Impulse aus. Hat die Nadelspitze das Nervengeflecht erreicht, werden Muskelzuckungen ausgelöst, die die richtige Position der Nadelspitze bestätigen. Wird ein dünner Katheter (Plexuskatheter) unmittelbar neben das Nervengeflecht eingeführt, kann nach der Operation eine regionale Schmerzausschaltung über diesen Katheter erfolgen. 

Intravenöse Lokalanästhesie

Intravenöse Lokalanästhesie

Die Intravenöse Lokalanästhesie ist eine altbewährte und außerordentlich wirksame Anästhesiemethode für bestimmte Eingriffe an Hand, Unterarm bzw. Fuß und Unterschenkel, sofern es sich hierbei nicht um Frakturen handelt. Der Anästhesist spritzt ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in eine Vene der zu operierenden Extremität ein. Eine zuvor angelegte Druckmanschette verhindert, dass das Betäubungsmittel in den Körper einströmen kann. Nach ca. 10 Minuten ist die Betäubung ausreichend und es kann mit der Operation begonnen werden. Schwere Nebenwirkungen sind bei dieser Narkoseform äußerst selten.