Hallux Valgus – eine der häufigsten Fehlstellungen im Bereich des Vorfußes

2014-02-16 23:00

Chefärztin für Fußchirurgie erläutert Möglichkeiten der Behandlung.

Rüdesheim, den 17. Februar 2014.- Der Fuß ist eine Art Stoßdämpfer im Stand, der auch das Körpergewicht abfedert, ist stabile Basis im Stand und stabiler Hebel beim Abstoßen, er passt sich an Unebenheiten an und gibt dem Menschen somit sichere Stabilität und Mobilität.

Dabei arbeiten 28 Knochen sowie zahlreiche Sehnen und Muskeln des Fußes zusammen – idealerweise in einem Gleichgewicht. „Bei einem Ungleichgewicht dieser stabilisierenden Strukturen können sich Fehlstellungen wie der Hallux valgus entwickeln“, so Katalin Nass, Chefärztin des Zentrums für Fuß- und Sprunggelenkzentrum am Rüdesheimer Krankenhaus anlässlich des Patientenseminars zum Thema Hallux Valgus, einer der häufigsten Fehlstellungen im Bereich des Vorfußes. Sie ist charakterisiert durch eine Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach außen und einer Drehung der Zehe nach innen.

„Bei dieser schmerzhaften Veränderung des Fußes spielen die Schuhe, die wir tragen, die Böden, auf denen die Menschen heute laufen, insbesondere aber Veranlagung und Vererbung eine Rolle“, erläuterte Katalin Nass. „Bei der Behandlung ist unser Ziel, dem Patienten zu einer geraden, gut beweglichen, schmerzfreien Zehe ohne Druckstellen zu verhelfen.“

Bei der Diagnose gehen die Spezialisten in mehreren Schritten vor. Zunächst wird der Fuß eingehend untersucht: Welches Ausmaß hat der Hallux valgus, wie beweglich ist das Großzehengrundgelenk, welche Druckstellen weist die Fußsohle auf? Eine radiologische Untersuchung gibt anschließend Aufschluss über Knochenzustand, Ausmaß des Gelenkverschleißes oder die Fehlstellung zum Boden. Auch das Alter des Patienten, etwaige Nebenerkrankungen, der Leidensdruck, die Fähigkeit zur Entlastung sowie die Lebensgewohnheiten, etwa der ausgeübte Beruf oder Sportarten, fließen in die Entscheidung über die angemessene Therapie ein.

Häufig verursacht ein ausgeprägter Ballen allerdings zusätzliche Veränderungen auch an den kleinen Zehen: durch die starke Verkrümmung der Großzehe, die sich in Richtung der kleinen Zehen legt, wird diesen der Raum genommen, sie werden regelrecht verdrängt und verändern dadurch ebenfalls ihre Form und Lage. Durch diese Verdrängung kommt es zur Ausbildung der Hammerzehen. Diese wiederrum können zu sehr schmerzhaften Druckstellen im Bereich der Mittelfußköpfchen an der Fußsohle führen, da sie diesen übermäßig zum Boden drücken. „Somit ist der Teufelskreis perfekt und es gilt, Abhilfe zu schaffen.“

Eine konservative Therapie, also ohne operativen Eingriff,  erfolge beispielsweise mit Einlagen. In der Regel werde die Fehlstellung durch eine Operation korrigiert. Abschließend erläuterte Katalin Nass einige der gebräuchlichsten OP-Methoden, die sie mit ihrem Team am Rüdesheimer Krankenhaus anwendet: „Damit ist möglich, dass Diagnose, Operation und Nachsorge in einer Hand liegen – zum Wohl unserer Patienten.“

 

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