Schlaf-Apnoe behandeln – Gesundheitsrisiken minimieren

2015-02-02 14:52

Patientenseminar am Krankenhaus Rüdesheim informierte

Rüdesheim, den 2. Januar 2015.- „Erholsamer Schlaf ist die Grundlage für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit am Tag“, betonte Dr. med. Osama Abu Hassan, leitender Oberarzt der Inneren Abteilung am Krankenhaus Sankt Josef, anlässlich des ersten Patientenseminars in diesem Jahr zum Thema Schlafstörungen. Nicht erholsamer Schlaf führe zu körperlichen, geistigen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen.

Die Schlafmedizin umfasse die medizinischen Kenntnisse des Schlafes  und seiner Störungen. „Schlafforscher befassen sich vorrangig mit Schlafstörungen, von denen über 100 bekannt sind“, so Dr. med. Abu Hassan. „Eine davon ist das Schlaf–Apnoe–Syndrom, SAS.“ Eine Apnoe liege bei einer Atempause von mehr als zehn Sekunden Dauer vor, eine Erkrankung liege bei mehr als 10 Apnoen pro Stunde vor, wobei 50 Apnoen pro Stunde keine Seltenheit seien.

„Die obstruktive Schlaf-Apnoe bezeichnet das Zusammenfallen der Schlundmuskulatur  durch den generell reduzierten Muskeltonus im Schlaf“, erläuterte der Internist. Eine zentrale Schlaf-Apnoe bezeichne den zeitlich begrenzten Ausfall des Atemzentrums. „Von einer gemischten Schlaf-Apnoe spricht man, wenn sowohl obstruktive als auch zentrale Apnoen vorliegen.“

Hinweise auf eine Schlaf-Apnoe kämen meist vom Partner. Zu den Symptomen zählten: lautes, unregelmäßiges Schnarchen, Tagesmüdigkeit mit erhöhter Einschlafneigung am Tag, morgendlicher Kopfschmerz, Konzentrationsschwäche, Nachlassen geistiger Leistungsfähigkeit, Persönlichkeitsveränderungen, Potenzstörungen, Nachtschweiß und die Neigung zu depressiven Verstimmungen.

„Die Diagnostik der schlafbezogenen Atmungsstörungen erfolgt in verschiedenen Stufen“, so Dr. med. Abu Hasssan. Auch am Rüdesheimer Krankenhaus bestehe die Möglichkeit, ein Schlafscreening durchzuführen. Nach einer Anamnese mittels standardisiertem Fragebogen und klinischen Untersuchungen erfolge ein ambulantes Screening mittels eines Schlafdiagnostikgerätes, das - am Körper getragen - den Schlaf auf Anzeichen einer Apnoe untersucht. „In Stufe vier sichern wir die Diagnose durch eine Polysomnographie im Schlaflabor und legen den Schweregrad der Erkrankung fest.“

Denn eine Schlaf-Apnoe könne lebensverkürzende Folgen haben: Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen sowie Arbeits- und Verkehrsunfälle könnten Folgen sein. „Deshalb ist eine Therapie unbedingt nötig, um diese Risiken zu minimieren“, mahnte der Leitende Oberarzt der Inneren Abteilung.

Teil einer Therapie seien die kontinuierliche, meist nächtliche nasale Überdruckbeatmung, Unterkieferprotusionsschienen, chirurgische Therapieverfahren und bei adipösen Patienten immer eine Gewichtsreduktion. Medikamentöse Therapien seien nicht geeignet.

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